Pressemitteilung Konstanz, den 13.08.2008
Im Jahre 2008 gedachte man vielerorts mit Ausstellungen des 200. Geburtstages von Kaiser Napoleon III. (20. April 1808, Paris – 09. Januar 1873, Chislehurst), so auch in Konstanz wie auch im nahen Arenenberg im Kanton Thurgau, Schweiz. Napoleon III., Sohn der Hortense de Beauharnais (Tochter aus erster Ehe von Kaiserin Joséphine Bonaparte, geb. Marie Josephe Rose de Tascher de la Pagerie, Martinique) und Louis Napoléon Bonaparte (König von Holland), lebte lange Zeit mit seiner Mutter hier am Bodensee. Auch später zog es ihn oftmals in seine “Heimat” zurück.
Unsere Familie ist ein Zweig der Nachkommenschaft bzw. Nachfahren von Napoleon III. welche dokumentiert ist. Unter anderem erschienen bereits Artikel in der Zeitung “Blick” in der Schweiz sowie von einem anderen Zweig unserer Familie ein Interview im Fernsehen SWR und im Südkurier. Stellvertretend nachfolgende Presseberichte:

Zeitungsartikel von Karin Stei in der Zeitung “Konstanzer Anzeiger” vom 11.06.08 unter dem Titel “Napoleon III. und sein Konstanzer Erbe – Kaiserlicher Spross” (imperial offspring):
Wieviele Kinder Napoleon III. eigentlich gezeugt hat, lässt sich historisch kaum nachvollziehen. Der Neffe Napoleon I. war Zeit seines Lebens ein großer Schürzenjäger. So lassen sich zahlreiche Liebschaften während seines Aufenthalts am Bodensee belegen. Ob adlig, bürgerlich oder bäuerlich: Louis Bonaparte kannte bei seinen amourösen Abenteuern keine Standesschranken. So unterhielt er auch ein Verhältnis mit einer gewissen Maria Anna Schiess aus Allensbach, das überliefert ist. Eine Schönheit mit tizianrotem Haar, deren Vorfahren aus Andalusien stammten. 1839 erblickt ihr unehelicher Sohn die Welt: sein Name „Bonaventur“ („schönes Abenteuer“). Louis, bekannt für die großzügige Unterstützung seiner illegitimen Kinder, stattet Maria Anna Schiess wahrscheinlich mit Geld aus. So ist sie imstande, trotz eines unehelichen Kindes und ihres Alters von 41Jahren, den 14 Jahre jüngeren Meinrad Karrer zu heiraten. „Dieser Bonventur ist mein Ururgroßvater“, sagt Wolfgang Stössel und zeigt als Beweis seinen Ahnenpass. Diese Pässe bescheinigten im Dritten Reich die „arische Abstammung“. Den „Ariernachweis“ hatte jeder Bürger des Deutschen Reiches zu erbringen, nachdem aufgrund der Nürnberger Gesetze das volle Bürgerrecht (Reichsbürgerschaft) ausschließlich an Bürger mit „deutscher oder artverwandter Abstammung“ verliehen wurde. Akribisch wird darin der Stammbaum der Familie Karrer-Stössel nachgezeichnet. Und so findet sich dort der Eintrag über die Heirat zwischen Meinrad Karrer und Anna Schiess mit dem Vermerk, dass der junge Bonaventur adoptiert wurde. Aus der Ehe zwischen ihm und Juditah Frey entsprang Karl Bonaventur. Dessen Tochter Augusta Karolina ehelichte Gustav Adolf Stössel. „Und deren Sohn Gerhard ist mein Vater“, erklärt Wolfgang Stössel und ergänzt „dass Napoleon III. unser Vorfahre ist, ist und war Thema bei uns zu Hause“. In der weit verzweigten Familie existiert auch noch ein alter Kupferring, den Napoleon Anna Schiess geschenkt haben soll. Ein Erkennungszeichen, das Napoleon an seine Nachkommen überreichte und das zusammen mit anderen Geschenken oft in den Familien weitergegeben wurde. Wolfgang Stössels Tante Martha Volz-Stössel (86) erinnert sich noch an Erzählungen ihrer Mutter Augusta Karolina. Diese berichtete, dass sie ihren Großvater Bonaventur häufig auf Ausflügen von Allensbach nach Arenenberg begleitete. Da habe es eine Statue gegeben, die Bonaventur immer mit dem Satz „Da steht er, der abgeschnittene Napoleon“, kommentiert habe. Wolfgang Stössel ist seine illegitime Abstammung keineswegs unangenehm. So wirbt er in seinem Ladengeschäft in der Neugasse, das er mit Sylvia Zwiener betreibt, ganz offensiv mit seinem Erbe. „Manchmal kommen Leute herein, um mich zu fragen, ob das stimmt. Dann zeige ich ihnen Kopien des Ahnenpasses“, sagt Wolfgang Stössel. Und ist schon ein bisschen bewegt, dass seine Familiengeschichte – und sei es nur als Fußnote – in der großen politischen Geschichte Europas auftaucht.
Die Doppel-Ausstellung „Napoleon III. – Der Kaiser vom Bodensee“ ist noch bis zum 19. Oktober im Kulturzentrum Konstanz und auf Schloss Arenenberg zu sehen.
Der angesprochene Ring und der Ahnenpass (Stammbaum, pedigree) sind in Familienbesitz.
Besagter Ring “Napoleon III. Empereur 1864″ in unserem Familienbesitz
Bildrechte: Zeitung BLICK, Redaktion Kultur – Schweiz Zürich

Medienbericht “Blaublütiges Brockenhaus”, Schweizer Tageszeitung “Blick” vom 19.07.2008
von Frank Gerber, Fotos: Philippe Rossier
Kurz vor der Abreise von Arenenberg, zeugte Napoleon III. – ca. im Oktober des Jahres 1838 mit Maria Anna Schieß eine Kind -
Bonaventur, Sohn von Napoleon III.
Mutter Anna Maria Schieß (*26.07.1812, +24.09.1880) heiratete den 14 Jahre jüngeren Adoptiv-Vater Meinrad Karrer (*19.01.1827, +?) am 11.05.1854 – knapp über ein Jahr später als Charles-Louis-Napoléon Bonaparte und Eugénie de Montijo.
Meinrad Karrer war gerade mal ca. 12 Jahre alt, als Bonaventur geboren wurde. Maria Anna Schiess – bei ihrer Hochzeit immerhin schon 42 Jahre alt – zur damaligen Zeit mit Kind einen Mann zu finden und ehelichen, so gut wie unmöglich ohne finanzielle Zuwendung.



Augusta Karolina Stößel geborene Karrer

Totenmaske des Herzogs von Reichstadt – Napoleon II.*
Im Profil große Ähnlichkeit zur Totenmaske von Napoleon III.
und zur echten Totenmaske von Napoleon I. – RUSI Maske -
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Anmerkung 19.09.2009 zu den Ringen 1862-1864: Was die Ringe “Napoleon III. Empereur 1863″ etc. anbelangt, so habe ich jetzt über längeren Zeitraum hinweg im Netz recherchiert. Gefunden habe ich deren sehr wenige Stücke.
Desweiteren habe ich einen älteren Beitrag im französischem Forum von Passion Histoire vom 05.09.2002 gefunden (durch Google übersetzter Wortlaut):
“Hallo,
Ich wohne in der Nähe von Quimper, die deutschen Nachbarn haben einen Ring des gleichen Typs gefunden, begraben in der Nähe von ihrem Haus in Sachsen. Es handelt sich um einen Ring oder rot (vielleicht?) Mit der Eintragung Napoleon III KAISER 1862. Das Datum wird von zwei sehr kleinen Marken Relief (Kreuz und Anker?). Die Tradition der Familie ist charmant, die sie kennen, ist, daß NIII hätte diesen Ring zu einer ihrer aieulles im Zeichen der Liebe (?). Zur Unterstützung dieser Version seien andere Geschenke (Schmuck).”
Diese Version habe ich bisher auch aus anderen Richtungen bestätigt bekommen.
Eine andere Theorie von Claude Ducourtial, Konservator des Musée National de la Légion D´Honneur: Eine Schenkung des Kaisers, eventuell für Verdienste bei dem Versuch der französischen Truppen, Mexico zu erobern.
Diese Theorie ist Unsinn. Kein Mitglied unserer Familie war damals je in Mexico geschweige denn in der französischen Armee. Auch keine Partisanen, wie vermutet wird, das diese einen solchen Ring bekommen hätten oder das die Ringe von Kriegsgefangenen hergestellt wurden. Unser Ring wurde von Generation zu Generation weiter vererbt mit dem Hinweis der Abstammung. Diese Ringe dienten als Zeichen der Liebe und als geheimes Symbol der Verbundenheit und wurden erst bei Volljährigkeit (damals später wie heute) des Kindes ausgehändigt. Es flossen auch Zuwendungen anderer Art über die Kanäle der engsten bzw. vertrauenswürdigsten Berater Napoleon des III. Durch Vorlage dieser Ringe konnte man den Kaiser formlos kontaktieren. Napoleon III. erhielt nicht zu unrecht den Beinamen die “Sphinx”, da über seinen Entschlüssen und Absichten stets der Schleier tiefer Geheimnisse gebreitet war.
Jedenfalles kannte Louis das Mädchen Maria Anna bereits schon länger. Er war ein ausgezeichneter Schwimmer und Reiter: oftmals durchschwamm er den Seerhein von Arenenberg zur Insel Reichenau und wurde am dortigen Ufer von der sehnlichst wartenden, holden Weiblichkeit bewundert, was er sichtlich genoss. Es gab damals bereits eine Schiffsverbindung von der Insel Reichenau nach Allensbach und es ist bekannt, das er sich des Öfteren dort aufhielt. Auch war er viel in Konstanz. Man stelle sich nur vor wie langweilig es auf Dauer für ihn in seinem jugendlichen Alter in Arenenberg gewesen sein muss. Konstanz – zur damaligen Zeit 5000-6000 Einwohner – war die einzige, grössere Siedlung in seiner Nähe, wo er etwas erleben konnte. Diese Strecke legte er in halsbrecherischem Galopp innerhalb kürzester Zeit zu Pferde oder mit Pferdeschlitten zurück.
Zur Zeit der Zeugung von Bonaventur lebte Louis vermutlich in Schloß Gottlieben in der Schweiz, welches er Mitte des Jahres 1838 nach dem Umbau bezog. Da er bereits im Besitz eines englischen Passes war und die Abreise feststand, bedrückten ihn zu dieser Zeit -wenn überhaupt- keine Sorgen mehr wegen dem Ultimatum betreffend seiner Person von Seiten Frankreichs an die Schweiz. Er verlies Schloss Gottlieben am Sonntag, den 14. Oktober 1838 in Richtung London. Nach dem Tod seiner Mutter Hortense Ende 1837 schmerzten ihn die Erinnerungen an seine Mutter und Kindheit in Arenenberg sehr und um diesen zu entrinnen, erwarb er Schloss Gottlieben auf schweizer Seite bei Konstanz.
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09.11.09 Die Suche nach der DNA der Bonapartes:
Bei IGENEA in Zürich läuft seit kurzem ein DNA-Projekt über alle Napoleon Bonapartes. Jedoch wird der Ring alleine nicht ausreichend sein, um dabei mitmachen zu können. Es braucht noch weitere zusätzliche Faktoren der Beweisführung.
Die Ehe von Hortense de Beauharnais und Louis Bonaparte, dem jüngeren Bruder von Napoleon I. verlief nicht sehr glücklich und sie trennten sich um 1810 – also 2 Jahre nach der Geburt Napoleon III. Es gab damals das Gerücht von der “holländischen Affaire”, dass Napoleon III. aus der Liason von Hortense und dem holländischen Admiral Verhuel entstanden sein soll. Dies ist nach heutigen Kenntnissen widerlegt.
Napoleon III. hatte noch einen Halbbruder, den er zum Herzog von Morny machte. Dieser wurde aber erst lange nach der Trennung im September 1811 geboren. Der Vater war General Charles Joseph, Graf von Flahaut.
Interessant auch, dass die Ehe von Josephine de Beauharnais und Napoleon I. kurz zuvor geschieden wurde, als Erste nach dem Code Napoléon. Da deren Ehe kinderlos blieb, musste ein Thronfolger her. Napoleon heiratete Marie Louise von Österreich und diese gebar ihm einen Sohn Napoleon II. Franz Bonaparte – Der Herzog von Reichstadt -, welcher 21-jährig (1832) an Tuberkulose in Wien verstarb. Dessen Biographie – mehr Gefangener und Faustpfand Metternichs – stimmt einen sehr traurig. Über seine Mutter Marie Louise sagte er in einem vertraulichen Gespräch mit Prokesch 1829: “Wäre Josephine meine Mutter gewesen, mein Vater läge nicht auf Sankt Helena und ich säße nicht in Wien. Ach, sie ist gut – aber sie ist kraftlos – sie war nicht das Weib, wie es mein Vater verdiente.” Ironischer Weise war es gerade die Frau von Graf Clemens von Metternich, Eleonore, die in seinem Auftrag eben um diese Ehe mit Marie Louise und Napoleon sich bemühte und Josephine damals in Malmaison besuchte. Josephine wie auch ihre Kinder Eugene und Hortense empfahlen diese Heirat dem Kaiser mit der Erzherzogin bereits und erneut nach dem Besuch von Eleonore.
Der Bruder von Hortense, Eugène de Beauharnais bzw. dessen Tochter Joséphine von Leuchtenberg (heiratete Oscar Bernadotte, König von Schweden), gilt als die Vorfahrin der heutigen Dynastien in Belgien, Dänemark, Griechenland, Luxemburg, Liechtenstein, Norwegen und Schweden. Aber das Blut wie auch die Gene der Beauharnais und Bonapartes finden sich nur in den unehelichen Nachkommen von Napoleon III. wieder. Ganz im Sinne von Napoleon I. und seiner grossen Liebe Josephine.
Es gab auch das Gerücht, das der Prinz Eugène Louis Bonaparte, bevor er nach Südafrika ging und im Zulukrieg (1879) getötet wurde, eine Liason mit einer englischen Lehrerin gehabt haben soll. Diese gebar ihm ein Kind, von dessen Existenz er nichts mehr erfahren konnte. Eugenie soll für dieses Kind weiter gesorgt haben. Wohlgemerkt im geheimen, da sie um dessen Leben fürchtete. Vielleicht sind auch hier noch Nachfahren zu finden.
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Rehabilitation einer “Sphinx”
Kein anderer Regent wie Kaiser Napoleon III. hat so viel für die Franzosen des Second French Empire getan. Deshalb ist mir die Ignoranz gegenüber ihm in Frankreich unverständlich. Sicher, er hat die Schlacht bei Sedan und den Krieg verloren, welchen er ja bekanntlich nicht selbst verschuldete und er war auch sonst bestimmt nicht ohne Fehler (Schuldfrage lag bei Fürst Otto von Bismarck, bei Eugénie und ihrer Kriegspartei in der französischen Regierung sowie indirekt beim Vatikan). Jedoch Napoleon I. – um welchen heute immer noch ein Kult betrieben wird – verlor mehrere Schlachten und lies dabei seine Soldaten gleich mehrfach im Stich. Im Gegensatz dazu begab sich Napoleon III. freiwillig bei Sedan 01.09.1870 in Gefangenschaft, um seine Truppen zu schützen und um weiteres Blutvergiessen zu verhindern. Somit verhinderte er ein noch grösseres Gemetzel an seiner französischen Armee. Unverständlich auch die Haltung der dritten Republik, den aussichtslosen Krieg fortzusetzen auf Kosten von Menschenleben. Stellvertretend ist hierfür die Aussage aus Arenenberg auf dieser Seite zu lesen und man erfährt auch mehr über die soziale Ader von Charles-Louis-Napoléon.
Als General Prim erfuhr, mit welcher Heftigkeit Frankreich (siehe Emser Depesche) sich gegen die Berufung des Prinzen von Hohenzollern auf den spanischen Thron auflehnte, da rief er verblüfft: “Was! Napoleon widersetzt sich ? Daraus mag ein anderer klug werden.” Er erzählte, dass er ein Jahr zuvor, 1869, in Paris gewesen ist und eine Unterredung mit Napoleon III. hatte. Der Kaiser habe ihm gesagt: “Aber lieber General, warum bieten Sie die spanische Krone nicht dem Prinzen von Hohenzollern an ? Er ist mütterlicherseits mein Neffe, und Sie können keinen geeigneteren Fürsten finden.” Eben dieser Gedanke war Kaiserin Eugenie, spanischer Herkunft, unsympathisch.
Es wird berichtet, am 14. Juli 1870 war eine Anzahl vom Kaiser geschätzter Offiziere zu Essen nach St. Cloud befohlen. Als der Kaiser freudestrahlend eintrat fragte er sie: “Nun, meine Herren, sind Ihre Effekten für den Feldzug bereit ?” Ein brausendes Ja war die Antwort. “Wohl”, sagte der Kaiser mit fröhlichem Ausdrucke, “dann packen Sie wieder aus; denn, Gott sei Dank, der Frieden ist gesichert.” Bei den Offizieren fand dies nicht gerade einstimmigen Beifall. Am selbigen Abend kam es zu einem Gespräch zwischen Kaiser, Kaiserin, Herzog von Gramont und Baron Jerome David, welche mit neuer Kunde kamen. Danach war alles anders. Als der Kaiser wieder erschien im Saale, war sein Aussehen erschreckend verwandelt, das Gesicht bleich wie der Tod, die Augen halb geschlossen. Er lies sich nieder und blieb stumm. Der Krieg war entschieden.
Madame Carette, geb. Bouvet, Tochter eines franz. Admirals war 1858 während des Aufenthaltes des französischen Hofes in Cherbourg, wohin Königin Viktoria zum Besuche ihres Alliierten gekommen war, der Kaiserin vorgestellt worden. Dies fand Gefallen an ihr und sie fungierte fortan erst als Vorleserin, dann als Hofdame und Vertraute Eugenies. Sie versicherte, Napoleon III. habe bei Sedan den Tod gesucht und durch die Kapitulation, als alles vergebens war, 50000 braven Soldaten das Leben gerettet.
Was hat der Vatikan damit zu tun ? Die Frage der weltlichen Herrschaft des Papsttumes spitzte sich von Tag zu Tag schärfer zu. Frankreich soll den Protestanten einhalt gebieten. Und wer ist für die Interessen des Vatikans am Hofe Frankreichs am besten geeignet ? Eugenie – streng gläubig, katholisch und Verehrerin des Papstes. Eugenie hatte nicht nur Mode im Sinne, auch ihre Einflussnahme in Staatsgeschäften wurde immer stärker. Der Krieg von 1870 wurde schon in Rom angezettelt, ehe sich Paris ernstlich damit beschäftigte. “Die Folgen der Einmischung Roms in politisch-nationale Angelegenheiten der Staaten sind u. a. aus der Vorgeschichte des deutsch-französischen Krieges bekannt,” sagte Fürst Bismark.
Es wird auch berichtet, das Emperor Napoleon III. während der Schlacht bei Sedan meist bewusstlos im Sattel saß, da er an unsagbaren Schmerzen seines langjährigen Blasenleidens (Blasensteine – oder waren es doch Gallensteine ?) litt. Selbst Eugenie erfuhr von den Leiden ihres Gatten erst, als dieser in Gefangenschaft auf Wilhelmshöhe war. Das Leiden hatte er etwa seit 1864 und er hielt es unter strengster Geheimhaltung seitens seiner Ärzte. Sehr interessant und als Referenz zu seinem Blasenleiden empfehle ich diese Seite bzw. Link von Prof. Dr. med. Volker Faust – Abschnitt “Napoleon III.” – zu besuchen. Demnach wäre der Krieg für Frankreich nicht verloren gegangen, wenn Napoleon III. körperlich und dadurch seelisch gesund gewesen wäre.
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Anmerkung 25.06.09: 150 Jahre Internationales Komitee Rotes Kreuz – IKRK (International Commitee Red Cross - ICRC)
Die Schlacht bei Solferino am 24.06. 1859 gilt als die Geburtsstunde des Roten Kreuzes durch Henry Dunant (1828-1910) . Beim recherchieren im Netz taucht verschiedentlich das menschenverachtende Zitat “Man kann keinen Eierkuchen backen, ohne ein paar Eier zu zerschlagen” bei einigen Seiten zur Geschichte des Roten Kreuzes auf. Dieses Zitat soll angeblich von Napoleon III. in einem Dialog mit Henry Dunant in Solferino stattgefunden haben, was völlig falsch ist. Wenn genauer recherchiert worden wäre, so wäre dieser Ausspruch richtigerweise Napoleon I. zugeteilt worden, und nicht Napoleon-III. Fehlerhafte und oberflächliche Recherchen treten verschiedentlich auch in Artikeln auf, wo einfach nur von Napoleon die Rede ist, obwohl der 3. gemeint ist und dadurch Mißverständnisse vorprogrammiert sind.
Charles-Louis-Napoleon III. war ein Gönner von H. Dunant und selbst schockiert über das Ausmaß der Schlacht. Die meisten Quellen berichten darüber, dass es zwischen Dunant und Napoleon III. zu diesem Zeitpunkt gar nicht zu einem Treffen gekommen ist. Andere Quellen wiederum berichten, das es sehr wohl zu diesem Treffen gekommen ist und das Napoleon III Henry Dunant (dessen Interesse ganz anderer Natur war) auf dieses Elend aufmerksam machte. Er bat Dunant, ob er dieses Anliegen, sich um die Verwundeteten zu kümmern, nicht übernehmen könnte. Die Folge war bekanntlich Gründung des Roten Kreuzes.
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12.11.09 Talisman Karls des Grossen
Dieser Talisman (←Bild) – oder besser Reliquie – ist ein Anhänger aus Perlen und Saphiren, dessen Fassung ein Stück des wahren Kreuzes einschliesst. Karl der Große bekam ihn vom Kalifen Harun al Raschid aus Bagdad geschickt, zusammen mit den Schlüsseln zum Heiligen Grabe, mit der Fahne von Jerusalem, einem Hifthorn aus Elfenbein und damaszierten Türkensäbeln. Er befand sich noch auf seiner Brust im Grab des Aachener Dom als im 12. Jahrhundert Mönche den Talisman aus seinem Grab entnommen haben. Er diente fortan zur Reliquienverehrung durch die Gläubigen.
Beim Besuch Napoleon I. und Josephine Bonaparte in den Rheinprovinzen 1804 wurde dieser Talisman Josephine angeboten, diesen bei der nächsten Fronleichnamsprozession zu tragen. Rund 10 Jahre später erbte Königin Hortense dieses Kleinod von ihrer Mutter Josephine, welches sie wiederrum ihrem Sohn Napoleon III. weitergab. Im Jahre 1853 ging er als Hochzeitsgeschenk an Eugenie und sie hatte ihn bei der Geburt ihres Sohnes neben dem Bett liegen. Eugénie wiederrum – 1879 ihres einzigen Sohnes beraubt – überlegte lange, was sie mit dem Talisman machen sollte , bevor sie starb. Erst im November 1919 entschied sie sich für Reims. Grund war die Abscheu über die Beschiessung und fast vollständige Zerstörung von Reims im 1. Weltkrieg. Als Strafe für die “Barbaren” beriet sich Kaiserin Eugénie mit dem Abt von Farnborough, Dom Cabrol. Dieser fand einen Weg in den Gesetzen, welches der französischen Regierung, dem Erzbischof von Reims und dem Heiligen Stuhl den Zugriff verwehrt. Nachdem Kardinal Luçon diesen Bedingungen zustimmte, übergab Cabrol ihm diesen Anhänger. So – nach dem Willen Kaiserin Eugenies – ist seit diesem Tage an diese Reliquie unter dem Heiligen Salbgefäß und dem Kelche in der Basilika Saint-Rémy zu Reims. Jetzt jedoch befindet er sich anscheinend im Palais du Tau in Reims.
Neuigkeiten:
28.10.09
- Napoleon I. soll exhumiert werden um endlich die Frage seiner Todesursache zu klären.
08.01.10
- Frankreich trauert um den in der Nacht von Mittwoch 06.01. auf Donnerstag 07.01. im Alter von 66 Jahren verstorbenen Philippe Séguin. Er war einer der großen französischen Politiker und führte seit 2004 den Vorsitz des französischen Rechnungshofes. Auch war er einer der wenigen Historiker in Frankreich, welcher die wahre Größe Napoleon des III. erkannte. Er schrieb die beeindruckende Biographie der Rehabilitation “Louis Napoléon le Grand”, Grasset, 1990. Selbst die Royalisten würdigen ihn und sein biographisches Werk. Philippe Séguin weiste auch mehrmals Carla Bruni und ihren Mann Nicolas Sarkozy in ihre Schranken bei der Verschwendung von Steuergeldern.
14.01.10
Da gibt es doch tatsächlich einen Fernsehprediger in den USA, der behauptet, Haiti habe das Unglück einem Pakt mit dem Teufel in einer Voodoo-Zeremonie 1791 zu verdanken, um sich von der französischen Kolonialmacht unter Napoleon III. zu befreien. Was für ein SCHWACHSINN !! Haiti erlangte 1804 seine Unabhängigkeit und das 4 Jahre vor der Geburt von Louis – soviel zu Wikipedia und der Recherche eines Predigers. Sein Name ist – glaube ich – Pat Robertson, aber merken braucht man sich den nicht. Mein Gott – in Haiti herrscht jetzt unsägliche Trauer und Leid und die Welt kann gerne auf diesen Blödsinn von “göttlicher Strafe” verzichten. Hier ein Beispiel-Link
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*Literaturhinweis: “Der Herzog von Reichstadt” L´Aiglon, Andrè Castelot, Paul Neff Verlag 1960. Porträtsammlung der österreichischen Nationalbibliothek Wien.
Weitere Buchempfehlung:
“Napoleon III. in seiner Zeit”, Heinrich Euler, A.G. Ploetz Würzburg 1961.
“Vertrauliche Gespräche mit der Kaiserin Eugenie”, Maurice Paléologue, Paul Aretz Verlag Dresden 1928.
“Napoleon III. – Der Kaiser vom Bodensee”, Tobias Engelsing, Museumsjournal Konstanz 2008.
Geschichte unterhaltsam vermittelnd, die Roman-Trilogie über Napoleon I. und Joséphine von Sandra Gulland, basierend auf historischen Fakten als Roman umgesetzt, Fischer Taschenbuchverlag 2000-2002.






My son in law has a ring exactly like your. He fount it in his home in Locate di Triulzi (Milano) in the Belgioioso Castle where he leved.
Princess Belgioioso was a friend of Napoleon III.
Please, write me.
Maddalena
Ihre Webseite über die Nachkommen von Napoleon III ist sehr beeindruckend; ein Teil der Geschichte, der wenig bekannt ist.
Wir beabsichtigen in diesem Sommer, also Anfang Juli 2009, die Grablegungen von Napoleon III, seiner Frau und Prince Imperial in Farnborough zu besuchen.
Karl-Heinz Wionzek, Düsseldorf, 14. Juni 2009
Hallo,
ich habe mal in meiner Familiengeschichte nachgeforscht und bin auf interessante Details gestoßen.
Angeblich soll auch ein Ring in unserer Familie vorhanden sein.
Ich habe leider nicht die mittel genau nachzuforschen, bin aber sehr an Ihrer Website interessiert.
Philip Reese, Hannover, 22.Juni 2009
Ihre Seite ist hoechst interessant und es ist schoen, das es noch direkte Nachkommen von Napoleon 3rd gibt.
Vom June 28 – September 7, 2009 gibt es eine AUsstellung zu Napoleon 3rd in Nassau County Museum, of Art (NCMA) Roslyn Harbour, NY. Die bemerkenswerte Sammlung stammt von Christopher Forbes, welcher Napoleon III als “one of the great underrated world leaders.” bezeichnet.
Greeting from NY