Eine dunkle Begierde (A Dangerous Method)

Anlegestelle

Die Anlegestelle
Bild mit Sabina im PDF-Format “Konstanzer Anzeiger” im Text

09.11.2011

Sie werden sich fragen, was hat jetzt der neue Film von David Cronenberg “Eine dunkle Begierde” (Originaltitel: A Dangerous Method) mit Napoleon III. zu tun? Eigentlich nichts…sagen wir mal fast nichts. Diese Petershausener Seite von Konstanz war so um 1817, als der kleine Prinz Louis mit seiner Mutter Hortense de Beauharnais in Konstanz verweilte, sein Kinderspielplatz (damals unbebaut).

Es geht vielmehr um die Location – die Örtlichkeit – wo der Film gedreht wurde, genauer um die Bootsanlegestelle auf dem obigem Bild in der Seestrasse zu Konstanz. Übrigens wurde an dieser Location auch einige Szenen mit Eva Mattes für den Tatort “Schmuggler” gedreht.

Die Geschichte spielt eigentlich um die Jahrhundertwende in Zürich am See, jedoch war es für die Kulisse an den Originalschauplätzen für den Film durch Verbauung völlig ungeeignet. Mittels eines Scouts wich David Cronenberg daraufhin auf das nahegelegene Konstanz am Bodensee aus, wo er genau das fand, was er suchte. Jetzt veröffentlichte der “Konstanzer Anzeiger” einen Artikel über den Film(start) und dessen Drehorte am Bodensee. Beispielsweise der Raddampfer “Hohentwiel”, das Humboldt-Gymnasium als Klinik und eben die Seestraße mit ihren Jugendstilbauten, wo die Wohnung  von der russischen Patientin Sabina Spielrein – gespielt von Keira Knightley – sich befand. Ein hübsches Bild mit ihr macht derzeit die Runde in der Presse.

Keira Knightley am Bootsanleger stehend in der Seestraße, gekleidet zur damaligen Zeit, mit Hut und Täschchen auf den See blickend in einem Sommermonat gegen 11 Uhr letzten Jahres. Hmmm…gegönnt hätte ich ihr persönlich noch ein zeitgemäßes Schirmchen der Sonne strotzend entgegen.

Tja, jetzt zu Napoleon III. oder besser gesagt zu seinem Sohne. Zu jener Zeit, in der dieser Film spielt, befand sich genau dort in diesem Sinne nicht ein Bootsanleger, sonder ein Bootsverleih für die flanierende Gesellschaft an der Seeuferpromenade. Betreiber war Karl Bonaventur Karrer – Enkelsohn von Prinz Louis Bonaparte und Maria Anna Schieß. Ach, ich entsinne mich noch eines alten Fotos aus jenen Tagen; Bonaventur im Ruderboot sitzend mit Pfeife und Bart, schmunzelnd in Richtung Seestraße blickend, wo jetzt Keira Knightley stand. Ob er wohl ein Bild von Keira als Déjà Vu vor Augen sah, wie sie knapp über 100 Jahr´ später eben dort stand und in seine Richtung sah? Wer weiß….

Der Film (Drama),  “Eine dunkle Begierde” mit Keira Knightley, Viggo Mortensen (als Sigmund Freud), Michael Fassbender (als Carl Gustav Jung) und Vincent Cassel (als Otto Gross). Regie: David Cronenberg. Den Artikel mit dem erwähnten Bild von Keira Knightley am Seeufer des Bodensees sowie weitere Bilder und Infos zu den Locations können sie im PDF-Format hier lesen → “Konstanzer Anzeiger” (© Copyright) unter dem Titel “Wie Keira nach Konstanz kam”. Mein Dank an den Anzeiger und an Ralf Baumann für die Bereitstellung dieser Datei und des Artikels.

Randnotiz: Die Bodenseeregion ist nicht nur Schauplatz für die Filmkulisse als Ersatz für den Zürichsee. Sie ist auch die Geburtsstätte von Carl Gustav Jung. Er wurde in Kesswil am Bodensee im Jahre 1875 geboren, welches sich auf schweizer Seite zwischen Konstanz/Kreuzlingen und Romanshorn befindet. Die Schauspielerin auf obigem Bilde könnt´ es bei gutem Wetter erblicken, würd´ sie den Kopf etwas mehr nach links Richtung Osten strecken. Und komme jetzt ja keiner auf die (Schnaps-) Idee, Zürich läge just am Bodensee.

Szene auf der Bank – keine 50 Meter weiter Richtung Osten befindet sich der Bootsanleger.

Sitzbank

Gespräch auf der Bank

Wohnung

Wohnung von Sabina – Gebäude hinter S. Freud bei der Bank-Szene

Alexander-von-Humboldt-Gymnasium - im Film NervenklinikAlexander-von-Humboldt Gymnasium – im Film: Nervenklinik

Dampfschiff "Hohentwiel"Gemälde eines Familienmitgliedes, Karl Karrer (um 1930) “Dampfer Hohentwiel mit Einfahrt Konstanzer Hafen”

Pappi und sein BootPappi mit seinem Segelboot (ca. 1947)

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Mehr Hintergrundinformation zum Film und Drehorten unter Wikipedia

Filmkritik beim Spiegel

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